Schon vor 1874 kommen die Prediger der Evangelischen Gemeinschaft (EG) Jakob Kächele und H. Gülich aus Süd­deutschland nach Lippe. Sie finden bei einem Herrn Fritzemeier in Detmold, Hornsche Str., Aufnahme.


1874
    besucht der in Essen wohnende Pre­diger Johannes Berger Lippe und predigt wiederholt in der ehem. „Steffanskirche” (1 in Lemgo zu großen Versammlungen.

1875
    kommt Prediger Bernhard Beck aus Minden des Öfteren auch nach Lippe.

1
876
    findet der Mindener Prediger Christian Hahl Aufnahme bei einer Familie Krügermeier in Lemgo.


1878    laden die Familien Klaas und Neese die EG zu Versammlungen nach Detmold auf die Jerxerheide (heute Lage­sche Str.) ein.

1879
    werden anlässlich eines Him­mel­­fahrts­tref­fens in Lütte die ersten fünf Kirchenglieder aufgenom­men; drei dieser Glieder stammen aus Lemgo, zwei aus Hillentrup. Die fünf sind: Wilhelmine Grabe, Lemgo; Friederike Kuhlmann, Lemgo; Henriette Nolting, Lemgo; Luise Brand, Spork bei Hillen­trup, sowie Karoline Brand, Spork, die spätere Frau von Heinrich Nolting d. Ä. und Großmutter von Emmi Borries, und Gustav Nolting d. J..

1880
    kommt es zu einer Erweckung in Detmold. Außerdem besucht der deutsch-stämmige Bischof Joh. Jakob Escher aus den USA anlässlich seines Deutschland­besuchs die „Detmolder Mission“. Am 15.08. wird in der Grabbe­straße 8 ein kleiner Saal eingeweiht, dazu gehört auch eine angemietete Wohnung, in die der erste ortsansässige Prediger Paul Beck (1878-1881) einzieht.


1881   beschließt die Vierteljahres­konferenz am 8.01. die förmliche Orga­nisa­tion der Detmolder Ge­meinde. Erster Klass­führer wird Fritz Winter, Hilfs­­klass­führer Heinrich Nolting sen.. Jetzt gibt es schon eine Sonntagsschule mit 50 Kindern in Detmold, dazu 5 weitere Sonntags­schulen in Lemgo, Jerxer­heide, Lage, Waddenhausen und Hei­den, die von insgesamt 300 Kindern besucht werden; etwas später kommt noch Remmighausen dazu. Simon Winter, der später selbst Prediger wird, zählt zum Helferkreis. Mit Bischof Thomas Bowmann kommt wiederum
ein EG-Bischof nach Detmold.
Der Gottesdienst mit dem Bischof findet im Arminius­hotel statt. Tags darauf fordert ein Zeitungsartikel die Ver­haftung des Bischofs, der sich einer zu drastischen Sprache bedient und Sünde zu schonungslos ge­geißelt hatte. In diesem Jahr zählt die Gemeinde bereits 36 Glieder, die mit ihrem Prediger Wienands einen „Kirchenbauverein“ und am 8.08. auch den  gemischten „Immanuelschor“ mit 16 Sän­ger­innen und Sängern gründen.

Am 10.10. findet die erste kirchliche Trauung der EG in der kircheneigenen Kapelle in Bünde statt. Das durch seine Tabakindustrie reich gewordene Bünde gilt in jener Zeit immer noch als Hoch­burg der Minden-Ravens­bergi­schen Er­weckungsbewegung, in dem jährlich beeindruckende Missionsfeste mit tausenden von Menschen stattfinden. Die Eheleute Karoline Brand und Heinrich Nolting entscheiden sich für Bünde, nicht nur des attraktiveren Raumes wegen; sie mussten in Detmold auch mit Recht um die Störung ihres Festes durch Steinewerfer fürchten. Ab 1883 wird die Bündener Gemeinde aufgrund eines Konfe­renz­beschlusses Minden angegliedert.


1882    zieht die Gemeinde am 26.03. in ein angemietetes Haus in die Elisa­beth­str. 57 um. An folgenden Orten werden Stuben­ver­sammlungen oder Got­tes­dienste gehalten: Lemgo, Loß­bruch, Bentrup, Heiden, Barntrup, Schwe­len­trup, Steinegge, Ohrsen, Greste, Jerxer­heide, Klüt, Lütte, Kluck­hof, Hasebeck, Leopoldstal und etwas später auch noch in Billerbeck, Lage, Lieme und Istrup. In Istrup sind es die Familien Kuhfuß und Strohmeier, die die Arbeit wesentlich mittragen. Später ziehen sie nach Detmold um.


1883    empfiehlt die Gemeinde der Konferenz den jungen August Neese von der Jerxerheide als Predigt­amts­bewerber.

1887
    kauft der Maurermeister Saak, selbst kein EG-Kirchenglied, aber Rückkehrer aus den USA, für die Ge­mein­de von 42 Gliedern einen Bauplatz in der Mühlen­straße. Der Rohbau von Kapelle und Wohngebäude wird trotz erteilter Bau­genehmigung auf Betreiben von Geg­nern der Gemeinde nach Fertig­stellung des Kellergeschosses stillgelegt. Schließlich veranlasst der Bürger­mei­ster den Weiterbau. Der Grund: Die Verlässlichkeit seiner Dienstmädchen, die beide zur EG gehören, hat ihn überzeugt, dass die EGler ohne Grund diffamiert werden. Am 18.12. findet die Einweihung der „Immanuelskapelle“ statt. Kostenpunkt: 13.400,– RM. Bald darauf löst das Gaslicht die Petroleum­lampen im Gottes­dienstraum ab.

1893
    kommt August Neese nach Gehilfenjahren, nach der Ausbildung im Prediger­seminar und einigen Dienst­jahren in verschiedenen Gemeinden als Prediger in seine Heimatgemeinde zurück.


1897    werden nach kritischer Sich­tung die Predigtplätze Lemgo und Lieme aufgegeben; auch die Gliederzahl geht zurück, weil einige Glieder ausgeschlos­sen werden müssen. Die Son­ntags­schulen in Wadden­hausen, Loßbruch, Bentrup und Pivitsheide bleiben neben der Detmolder bestehen.
Von 1899–1906 wird auch Bielefeld mitbedient.

1900
    hilft eine Einzelspende über 2.000,– RM die Bauschulden über­schau­barer zu machen. Bei einer Evan­­ge­lisation im Herbst kommen 35 Men­schen zum Glauben, von denen sich
etliche der Gemeinde anschließen; u.a. auch Johanne Mann(e)s, die – obwohl selbst lebenslang leidend – durch ihren unermüdlichen Einsatz zu einer „Mutter der Gemeinde“ werden wird.


1901    sterben aus dem Haus des Gemeinde­gastgebers, Schuhmacher­meister Friedrich Beine in Ben­trup, innerhalb weniger Wochen drei Familien­mitglieder. Der Vater und die Schwieger­tochter werden am gleichen Tag beerdigt, wenig später auch der Sohn und Gatte, dem schon die erste Frau gestorben war. Heinrich Willer notiert zu diesem Vorfall: „In einem Zeitungsartikel (der nicht aufzufinden war) wurde in ehrenvoller Weise der Heim­gegangenen gedacht und betont, dass dieselben ein hell leuchtendes Vorbild für das ganze Dorf gewesen seien”.


1906    bekommen Bielefeld und erneut auch Minden eigene Prediger. Jedenfalls werden in diesem Jahr wenigstens 46 Personen aus Bielefeld an die dortige Gemeinde überwiesen, oder – wie man damals sagte – „der Klasse Bielefeld und laut Konferenz­beschluß der Bielefelder Mission zugeteilt“.
Nach dem Tod des geschätzten Klass­führers Heinrich Nolting d. Ä., werden die Brüder Karl Wallbaum, Ludwig Gröne, Gustav Lüke und Heinrich Willer zu „Ge­mein­debeamten“ gewählt.


1908    wird die zu klein gewordene Kapelle durch Um- und Ausbau zur Kirche (siehe Titel) erweitert. Am 29.11. findet die Einweihung statt, zugleich wird der Name in „Immanuelkirche“ geändert.


1909-1910   wird ein 2. Versuch gemacht, in Lemgo eine Gemeinde zu gründen; der 1. Weltkrieg wird dieses Bemühen zunichte machen. Dafür kann die ebenfalls unterbrochene Arbeit in Lage wieder aufgenommen und die Gemeinde organisiert werden. In Her­ford und Blomberg – hier zunächst nur sporadisch – wird mit einem Hauskreis begonnen.


1913    kann am 5.10. das Gemeinde­haus in Lage, Bruchstraße 13, seiner Be­stimmung übergeben werden.
Der Detmolder Bläserchor – 1894 ge­gründet – spielt bei der Einweihung.


1914-1918   bringt der 1. Weltkrieg den schmerzlichen Verlust von 12 Kir­chen­­gliedern in Lippe. Karl Wallbaum
d. J. kehrt erst 1920 aus französischer Gefangenschaft heim.  Aufgrund der Kriegsfolgen währt die 2. Amtszeit von August Neese in Detmold 10 Jahre; eine Zeit, die dem gealterten Mann zuletzt erkennbar schwer fällt, der Gemeinde aber trotzdem gut tut.
Neese ist immer noch ein blendender Prediger mit erstaunlich fortschrittlichen Ideen: Die schlecht besuchte Bibelstunde löst er auf und initiiert Hauskreise, die von den „Gemeinde­beamten“ zu halten sind. Das verstärkt nicht nur die innergemeindliche Nähe zueinander, sondern wirkt auch wie ein Schulungsprogramm für die Mitarbeiter.

1919-1927
   erfährt die Gemeinde eine Zeit des Umbruchs. Unmittelbar nach Kriegs­ende müssen die letzten Glieder der Gründergeneration zu Grabe getragen werden. 1919 sterben Karoline Nolting und Fritz Winter, der erste Klassführer der Gemeinde und ein lippisches Original, der sich z.B. bei seinen Hausbesuchen so anmeldete: „Der Winter steht vor der Tür.“  Aus Dank­barkeit wird von den aus dem Krieg wohlbehalten heimgekehrten Männern am 10.10. der „Männerchor Zion“ ge­gründet. 1920 kann endlich der „Fried­hofsstreit“ mit der Landeskirche beigelegt werden. Bis dahin hatten es unsere Gemeinden oft erlebt, dass die Landes­kirche angestammte Rechte einforderte, so dass nicht selten den EG–Predigern das Betreten der Friedhöfe untersagt war. In einem Fall bestand für den Prediger keine andere Möglichkeit, als von außen her, über die Friedhofsmauer hinweg die Trauer­gemeinde anzusprechen. Diese Situation hatte schon 1901 in Gelsenkirchen zur Anlage eines kircheneigenen Friedhofs geführt, der noch heute besteht. Mit Simon Winter wird am 31.01.1935 ein EG-Pre­diger auf einem Detmolder Friedhof seine letzte Ruhestätte finden. – Völlig anders gestaltete sich von Anfang an das Verhältnis zur Evangelischen Landes­kirche in Berlin. Als man dort 1913 das 25-jährige Bestehen der Evangelischen Gemeinschaft feierte, ging bereits ein überaus freundliches Schreiben mit den herzlichsten Segens­wünschen des Oberhofpredigers Dryander ein. Er bot unserer Kirche die Hand „zur Bekämpfung des Unglaubens und zur Gewinnung der religionslosen Massen”.
Der Allianzgedanke setzt sich mehr und mehr durch. Im Ringen um Einfluss auf die Schulen sucht man landeskirchlicherseits den Schulterschluss. Sonst aber gibt es bedenkliche Erschei­nun­gen: Die Wirtschaftslage ist bedrü­ckend, „der Glaube an Recht und Treue im Volk zerstört,“ der Bibelstunden­besuch ist rückläufig. 1923 kommt Wilhelm Jörn zu einer Evangelisations­woche, bei der sich 70 Menschen für Christus entscheiden. In diesem Jahr verzeichnet die Gemeinde einen Zugang von 19 Gliedern.

1928
    kommt mit Paul Handt ein neuer, frischer Wind, der ich nicht zu­letzt für Blomberg wohltuend auswirkt: Nun werden regelmäßige Zu­sam­men­künfte angeboten und die Ge­mein­de neu organisiert. Paul Handt wird nach Baron von Reden der 2. Vor­sitzen­de der Ev. Allianz. 1931 tagt die Jahres­konfe­renz in Detmold.


1931 wagt man in Blomberg mit der Anmietung eines Saales eine Evangelisation durchzuführen, die einige hundert Zuhörer erreicht und für viele zu einer tiefen Glaubenserfahrung wird. Die größer gewordene Gruppe muss sich mit einem Wirtshaussaal begnügen, eine unbefriedigende Situation. Zu den Wochen­ver­anstaltungen genießt man die Gast­freund­schaft von Familie Meier am Brink, ehe am Kurzen Steinweg 14 passende Räum­lich­keiten gefunden und 1935 eingeweiht werden. Doch vor dem Bau der Kapelle 1952/53 in der Vöchtingstraße 9 musste man noch einmal in die Gartenstraße umziehen. Die Lösung der Raumfrage bringt aber nicht mehr die weiter erhoffte, kontinuierliche Entwicklung der Gemeinde, die sich unvermutet auch in der Nachbarschaft der Selbständigen ev.-lutherischen Kirche (Missouri-Synode) vorfindet.

Mit Familie Meier wird die 2. Säule der Blomberger Gemeinde erkennbar. Das Bild von August Meier hat Heinrich Willer bei den „Gestalten“ in Lippe eingereiht. Sein Sohn Heinrich Meier und dessen Schwester Pauline Ohm haben in großer Treuer die Arbeit des Vaters weitergeführt. Zwischen 1961–1963 gelingt es den Praktikanten und einem Mitarbeiter aus der Detmolder Jugend­arbeit noch einmal einen ansehnlichen Jugend­kreis – vornehmlich mit gemeindefremden Jugendlichen - zu sammeln; eine Arbeit, die danach nicht fortgeführt werden kann. Als Heinrich Meier im Juli 1984 – zwar betagt, aber immer noch rüstig und darum unvermutet – stirbt und seine treue Frau ihm ein gutes Jahr später folgt, erscheinen auch die Tage der immer kleiner gewordenen Blom­berger Gemeinde gezählt. Pauline Ohm mit fast 97 Jahren, heute ältestes Gemeinde­glied, ersehnt im Kreis­alters­heim in Blomberg nahezu taub und blind den Tag ihres Heimgangs herbei.


1933-1938   sind die Auskünfte über die Zeit des Nationalsozialismus mager. Immerhin geben einige Stich­worte zu denken:
1933: „…politische Spannungen, die aber dem Werk keinen Schaden zufügen. Fast alle Glieder, die nicht Beamte wa­ren, waren erwerbslos“.
1934: „…die Jugendarbeit leidet unter der organisatorischen Auflösung.“
1935: „In Blomberg versuchte man, uns durch alle möglichen Mittel unmöglich zu machen: Lügen, Drohung, die Kinder nicht zu konfirmieren, Verbot der Kalen­der­verteilung usw.“
1936: „In Lage versuchte man die Ver­sammlung zu sprengen, was aber nicht gelang.“
Für 1936 zieht Heinrich Willer Bilanz: „300 Glieder nach 60jähriger intensiver Arbeit, das ist keine weltbewegende Zahl“; sie hätte ein Viel­faches betragen können, wenn die EG die Abwerbung betrieben hätte, die Kritiker ihr immer vorwarfen.
1938: Leider „zeigt die Mitgliedschaft in Detmold eine Abnahme. Gegenwärtiger Gliederstand 300, davon hat Blomberg 30, Lage 68.“  Bald zieht der Krieg alles in seinen Bann.


1934    zählen zum Detmolder Ge­mein­de­vorstand die folgenden Brüder: August Brokmann d. Ä., Fritz Brokmann, Ludwig Gröne, Gustav Nolting d. Ä., Heinrich Nolting d. J., Heinrich Hunold, Karl Kempin, Emmanuel Kölln, Simon Oetermann, Fritz Steuer, Walter Strohmeier, Friedrich Murschall, Karl Wallbaum d. J. und Heinrich Willer. Heinrich Nolting d. J. wird später die Gemeinde viele Jahre bei der Konferenz vertreten und bis in sein hohes Alter als Laienprediger einen geschätzten Dienst tun.


1939-1945
   Die „Ehrentafel“, die Heinrich Willer auflistet, weist für den 2. Welt­krieg die Namen von 21 Gefallenen und 7 vermissten oder verschollenen Brüdern auf. Da keiner dieser Genann­ten heimgekehrt ist, müssen sie wohl allesamt zu den Kriegstoten gerechnet werden, d.h. 28 Kriegsopfer.
Ende März 1945 werden Kirche und Wohn­haus durch Brandbomben schwer beschädigt. Etwa 100 Meter Luftlinie von der Brandstätte entfernt war knapp 7 Jahre zuvor ein anderes Gotteshaus in Flammen aufgegangen. An dem Platz, an dem die jüdische Synagoge gestanden hat, findet sich heute ein Gedenk­stein mit der zu Herzen gehenden, zukunftsweisenden Mahnung aus Maleachi 2,10: „Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern und entheiligen den Bund mit unseren Vätern?“ – Der
mustergültige Einsatz der Gemeinde unter Leitung von Gustav Nolting d. Ä. ermöglicht bereits im Sommer die Wieder­her­stellung der Immanuel­kirche. Am 26. August ist die Einweihung, so dass auch  

1946
   die Jahreskonferenz in Detmold stattfinden kann. Im darauf
folgenden Jahr besuchen die Bischöfe George E. Epp und John S. Stamm den Bezirk.

1951
    ist unsere Gemeinde an der Durchführung der „Evangelischen Woche“ beteiligt und erlebt als Gast­prediger den Pfarrer Karl Immer, Emden, der als Pastor von Barmen-Gemarke im Kirchenkampf gegen den National­sozia­lismus bei der Barmer Bekenntnis­syno­de 1934 zu den maßgeblichen Persön­lichkeiten zählte und später inhaftiert worden war. Für die Gemeinde in Lage kann das Grundstück an der Hinden­burgstraße käuflich erworben werden. – Diestel­bruch wird Predigtplatz. Diakonisse Elsbeth Reich beginnt ihren Dienst auf dem Gemeindebezirk Detmold/Lage. Familie Helmut Hertel übernimmt den Hausmeisterdienst in Detmold.


1952-1953   erfolgen Grundstücks­kauf, Bau und Einweihung der Kapelle in Blomberg, Vöchtingstraße 9.


1954-1962
   tritt Theodor Goebel die Nachfolge des zum Superinten­denten gewählten Immanuel Mohr an. Da die JK keinen Gehilfen abstellen kann, unterstützt Prediger i.R. Wilhelm Krätzler den Gemeinde­pastor im ersten Jahr mustergültig. Gemeinde- und Zeltevangelisationen ergänzen die Gemeindeaktivitäten und weisen deutliche Segensspuren aus. In den Jahren von 1954–59 können insgesamt 103 Glieder aufgenommen werden, so dass 1959 mit 442 Gliedern der höchste Gliederstand in der Gemeinde­geschich­te erreicht wird.
1960 tagt die Jahreskonferenz wiederum in Detmold. Wie viele Kirchenglieder Pastor Theodor Goebel 1962 an seinen Nachfolger übergibt, kann nicht mehr ermittelt werden. Am 2. Advent wird die neue Orgel in Dienst genommen.


1963
   feiert die Gemein­de in Lage am 20.10. die Einweihung ihrer Erlöser­kirche, Am Gerstkamp 2.


1964 
   findet am 01.03. in Lage die Einführung von Pastor Manfred Sanden statt; am 01.06. wird Lage ein eigen­stän­diger Ge­mein­de­bezirk. 108 Gemein­deglieder werden nach Lage überwiesen.



1968    wird die Vereinigung von Evange­lischer Gemeinschaft (EG) und Metho­disten­kirche (MK) zur Evan­ge­lisch-methodistischen Kirche (EmK) in den eigenen Reihen kaum wahrgenommen. Die Aus­ein­ander­setzung mit der beachtenswerten Herkunftstradition erfolgt oft nur widerwillig und ist weithin von nostalgischen Rück­er­innerungen überlagert. Jetzt zeigt sich: Die Gemeindetheologie der EG ist auf vielen Gebieten mehr von der Gemeinschafts­bewegung geprägt als von den eigenen Wurzeln bestimmt. – In Detmold werden die Kirchenbänke durch Stühle ersetzt. Evangelisationen mit Heinz Stoßberg (1969), dem Janz-Team (1970) und den Janz-Team-Singers (1972) bringen etliche Entscheidungen für Christus. 300–400 Jugendliche besuchen die Abende mit den Janz-Team-Singers, so dass es auch bei den jungen Leuten zu zahlreichen Bekehrungen und zu einer Belebung der Jugend­arbeit unter einem 10-köpfigen Mitarbeiter­team kommt. An den Gymnasien der Stadt werden von den von Jugendlichen Gebets­kreise eingerichtet. Die Gemein­de kann einen Gewinn von 11 neuen Gliedern verzeichnen. Dennoch führt eine notwendige Bereinigung des Kirchenbuches dazu, dass zwischen 1965– 1972 aufgrund von Nicht­betei­ligung am Gemeindeleben oder durch Überweisung an die „Zerstreutenliste“ der Konferenz 53 Glieder ausscheiden. In diesem Jahr beendet Gemeinde­schwes­ter Elsbeth Reich nach 17-jähriger aufopferungsvoller Tätigkeit ihren Dienst. Ihr Einsatz in der Gemeinde, sowohl im sozial-diakonischen Bereich als auch in vielen Zweigen der Gemein­dearbeit, z. B. in der Kinder- und Jugend­arbeit oder im Frauendienst, hat bis in die heutige Zeit Spuren hinterlassen. Ihr Wirken in Detmold stand unter besonderem Segen.


1971 
   kann das benachbarte Anwe­sen Detmold, Mühlenstr. 18, angekauft werden. Als Ziel steht die Erwei­te­rung des Kirchenareals zum Gemeinde­zen­trum vor Augen.



1976    wird im Dezember mit den Bau­arbeiten zur Erweiterung der Kirche – unter Einbeziehung der Mühlenstr. 18 – begonnen. Bald zeigt sich, dass der Kosten­voranschlag über DM 450.000,–  nicht zu halten ist. Fließsand macht eine spezielle Pfahlgründung nötig und das Bauamt besteht darauf, das hölzerne Treppenhaus im Wohnhaus abzureißen. Schließlich stellen sich die Kosten auf DM 720.000,– (einschl. Außen­an­strich, Innenreno­vie­run­gen und neuer Bestuhlung sogar auf DM 774.000,–). Durch eine Rücklage von DM 71.000,–, eine Spendenaktion und praktische Eigenhilfe werden die Kosten weitgehend aufgefangen, so dass nur rund DM 155.000,– an Fremdmitteln in Anspruch genommen werden müssen. Nach
7 Jahren sind – dank der Spenden­freu­digkeit unserer Glieder – alle Bau­schul­den getilgt.


1978
    erfolgt am 26.02. die Ein­weih­ung des neuen Gemeindezentrums, an dessen Realisierung Herbert Nolting maßgeblichen Anteil hat. - Nahezu parallel zur Verfügbarkeit der neuen Räume ergibt sich ein erfreulicher Aufschwung in der Teenie- und Jugend­arbeit – fast kann man von einer Erweckung sprechen. Auch eine „Alten­begegnungsstätte“ (später „Senioren­kreis“ u. heute „Nachmittag der Begeg­nung“) kann angeboten werden. Mit der Reise zur „German Mission“ nach London beginnt eine Reihe von Gemein­de­fahrten, die ein Empfinden für die „weltweite EmK“ wecken, das Verständ­nis der Generationen untereinander innerhalb der Gemeinde fördern und sich zudem in ihrer missionarischen Ausstrahlung hilfreich erweisen. Weitere Ziele sind in den Folgejahren: Paris (`79), Straßburg (`80), London (`81), Berlin (West u. Ost, `82), Israel (`83), Wien (`84), Genf (`85) und Prag (`86). Gerd Rumler hat dieses Konzept in seine Zusammenstellung „Christsein zum Anfassen – Christ aktuell: Mo­delle künftiger missionarischer Exis­tenz“ (Wuppertal, 1981) unter dem Titel „Missionarische Gemeindefahrt“ aufgenommen.


1981    findet eine Jugendevange­li­sation mit Pastor Joachim Georg statt. Bis zu 60 jugendliche Besucher kommen, von denen sich nicht wenige für Jesus Christus entscheiden. Auch die Gestaltung der Gottes­dienste profitiert von dieser neuen Leben­digkeit. Für die angestammte Gottesdienst­gemeinde ist es nicht immer leicht, sich auf die neuen Akzente einzulassen, was allerdings nicht ursächlich ist für den Rück­gang der Jugendlichen in der nächsten Zeit. Trotzdem – statistisch gesehen weist das durchschnitt­liche Lebensalter der Gemeinde zwischen 1975 und 1986 eine Verjüngung von 5 Jahren aus. Allerdings geht die Zahl der Kirchen­glieder zwischen 1975–86 von 206 auf 196 zurück. Der Gemeindepastor Walter Berchter ist von 1981–1984 für eine Wahlperiode der Vorsitzende der Lip­pischen Allianz und


1982
    Mitinitiator der  gegründeten ACK (Arbeitsgemeinschaft Christ­licher Kirchen) in Lippe. In diesem Jahr ergeht auch die Bitte, mit einem Haus­kreis in Rietberg zu beginnen. Dieser Kreis ist in einem engen Zu­sam­men­hang mit der Blomberger Gemeinde zu sehen: Frau Elisabeth Briegmann möchte nach dem jähen Tod ihres Mannes ganz bewusst den Kontakt zur Gemein­de halten. Ihr guter Einfluss auf katholische Freun­dinnen führt dazu, dass der Kreis bis auf 12 Besucher anwächst; eine Zahl, die sich allerdings nicht durchhält.
Im November besucht Bischof Hermann Sticher unseren Gemeindebezirk. Etwa um diese Zeit wechselt auch die Leitung der Sonntagsschule, die mit viel Liebe und Treue von Heinz Wiesekopsieker, sen. versehen wurde. Ohne die Sonntagsschule überhaupt ist das Werden und Wachsen unserer Kirche in Lippe nicht zu verstehen. Nach dem Beginn dieser Arbeit, die bereits 1879 mit der Sonntagsschul-Weihnachtsfeier in einer Lemgoer Turnhalle ihren ersten Höhepunkt erreicht, wurden wenigstens in 12 (Vor-) Orten Sonntagsschulen – meist in Verbindung mit Predigtplätzen – eingerichtet. Genannt werden: Lemgo, Detmold, Jerxerheide, Lage, Heiden, Wadden­hausen, Klüt, Ohrsen, Bentrup, Loß­bruch, Blomberg und Pivitsheide.


In Pivitsheide hat sich die Arbeit lange Zeit besonders gut entwickelt. Als Wochen­stunden weitergeführt, konnte sie bis etwa 1964 mit der stattlichen Zahl von bis zu 100 Kindern aufwarten. Schwester Elsbeth Reich fand bei dieser Aufgabe lange Zeit die Unterstützung einiger engagierter jüngerer Detmolder MitarbeiterInnen.
Neben der Sonntagsschule waren es immer auch die Chöre und der Frauen­dienst, die die Gemeindearbeit bereicherten und stabilisierten. Setzten die Chöre – der Gemischte Chor gedenkt in diesem Jahr der 120 Jahre seines Bestehens – wesentlich bei den Gottes­diensten, Festen und Feiern die Ak­zen­te, so konnte der Frauendienst mit seinen Basaren in bedeutender Weise die Missionsarbeit finanziell unterstützen.


1984    Beim Jahreswechsel 1983/84 führt ein Gemeindeteam zum ersten Mal die Aktion „Brot statt Böller“ mit gutem Erfolg in der Detmolder Fußgängerzone durch. Diese Straßensammlung wird auch die nächsten Pastorenwechsel über­stehen und in den folgenden 17 Jahren ein Ergebnis von ca. 43.000 DM für „Brot für die Welt“ erbringen. 120 Gottesdienstbesucher kommen sonntäglich im Durchschnitt in Detmold zusammen. Die Situation in Blomberg ist dagegen bedrückend. Es gibt noch 9 Gemeindeglieder, 3 Kirchenangehörige und etwa 7 Freunde.


1985    Nachdem auch  Pauline Ohm – zuletzt nahezu taub und blind – im Alter von fast 99 Jahren starb,  musste die schon lange nicht mehr genutzte Kapelle 2007 verkauft werden.


1986
    Blomberg wird auf Wunsch der verbliebenen, treuen Gemeinde­glieder als regelmäßiger Predigtplatz aufgegeben. Eine Bibelstunde und ein monatlicher Frauenkreis werden beibehalten. In der Folgezeit, über 11 Jahre, holen engagierte Gemeindeglieder die verbliebenen, treuen Blomberger sonntäglich zum Gottesdienst nach Detmold. Inzwischen ist der regelmäßige Fahr­dienst aufgrund des hohen Alters der wenigen noch lebenden Glieder und Freunde in Blomberg eingestellt.


1988    beginnt die Gemeinde­partner­schaft mit der EmK-Gemeinde Potsdam-Drewitz (damals noch DDR). Durch regelmäßige wechselseitige Gemeindebesuche, die ein Mal im Jahr stattfinden, und durch Kontakte zwischen einzelnen Familien wachsen intensive Beziehungen im Verhältnis unserer Gemeinden zueinander.


1989
    macht sich am 18. Mai die Bezirkskonferenz die Empfehlung der Gemeindeversammlung zu eigen und entscheidet positiv über die Bewerbung von Christine Guse zum pastoralen Dienst in der EmK.


1992
    tagt die letzte Jährliche NW-Konferenz vor der Vereinigung mit dem Berliner Distrikt der OJK zur NJK in Detmold.


1998
    kommt es zu einer Kirchen­renovierung, wobei der Eingangsbereich nach innen hin neu gestaltet wird. Die Außeneingangstür bleibt unverändert. Im Zuge der Neugestaltung des Kirchen­raumes muss ein neuer Platz für die (Gefallenen-) Gedenktafel gefunden werden. Bei einem besonderen Gemein­deabend gelingt es, in großer Offenheit über die persönlichen Beziehungen zur Gedenktafel zu sprechen und meist mit einem hohen Maß an Sensibilität einander zuzuhören. Einmütig wird festgestellt, dass die Gedenktafel zur Erin­nerung und Mahnung einen würdigen Platz im Gemeindezentrum haben soll. So hängt sie seitdem im Foyer über den Zeitschriftenfächern.

1999
    Egon Hettler, der 30 Jahre die Bezirkskasse geführt hat, und Norbert Blänkner, der die Gemeinde 20 Jahre bei der Konferenz vertrat, stellen sich nicht mehr zur Wahl. Zum ersten Mal nehmen auch zwei Vertreter des Detmolder Ge­meindebezirks anlässlich eines anstehenden PatorInnen­wechsels am sogen. »Runden Tisch« Platz. Hierdurch soll ein Mitspracherecht der PastorInnen und Bezirke bei anstehenden Versetzungen gewährleistet werden.

Schließlich werden Ulrike Burkhardt-Kibitzki und ihr Mann Jörg Kitbitzki für Detmold und Lage vorgesehen, wobei Jörg schwerpunktmäßig für Lage und Ulrike mit einer 75%igen Dienst­beauf­­tragung für Detmold zuständig sein soll.



2000   Volker Bruckart hat jetzt dem Gemeindebezirk 14 Jahre gedient. Wenn auch keine ausgesprochenen Evangeli­sationen stattfanden – zuletzt scheiterte die vorgesehene Ein­ladung des EmK-Mobils am Mitarbeitermangel - so hat er doch eine Fülle von Angeboten ge­macht, die zum persönlichen und gemeindlichen Christuszeugnis befähigen konnten. In diesem Zusammenhang sind auch die ökumenisch ausgerichteten Stadthallengespräche zu nennen. Zwischen 1995 und 1999 ist unsere Gemeinde 4 Mal durch engagierte Mitarbeit intensiv beteiligt, sowohl an der Leitung der Abende (Durchführung und Moderation) als auch im Rahmen von Gesprächsleitung bei den Tisch­ge­sprächen. Bedrückend muss es für Volker Bruckart gewesen sein, dass sich in der Anfangszeit seiner Tätigkeit in Detmold eine erhebliche Zahl zuvor treuer Mitarbeiter anderen Gemeinden mit einem Frömmigkeitsstil zuwandte, der von dem unseren deutlich zu unterscheiden ist. Jetzt wechselt er zur Det­molder Partner­gemeinde nach Potsdam.  Das Kirchen­buch weist 139 Kirchen­glieder aus.

Mitte August treten die Eheleute Burk­hardt-Kibitzki ihren Dienst in Det­mold und Lage an. Die Umstände ihres Ein­lebens in Detmold und des Sichein­­stellens auf die Gemeinde­situa­tion ge­stalten sich aus der Sicht des Pasto­ren­­ehe­paares außerordentlich schwierig, so dass sich die Eheleute Burkhardt-Kibitzki entschließen, eine neue Dienst­zu­wei­sung nach Süd­deutsch­land zu beantragen. Damit wird dem ursprünglichen Wunsch von Ulrike Burkhardt-Kibitzki entsprochen, in den Süden zu wechseln. Am 2.11. nimmt der Gemeinde­vorstand diesen Entschluss betroffen entgegen.

Die Information der Gemeinde ge­schieht schließlich durch eine von der Pastorin abgefassten Erklärung. Die so getroffene Entscheidung ist umso schmerzlicher, als die JK für 2001/2002 aufgrund der personellen Enge für ein Jahr keine Neubesetzung des Ge­mein­de­bezirks vorsehen kann.



2000
   für die Zeit von drei Wochen gewährt die Gemeinde aufgrund eines deutlichen Mehrheitsbeschlusses des Gemeinde­vorstands ein Kirchenasyl für ein älteres, gesundheitlich angeschlagenes yesidisches Ehepaar aus Georgien, das vor der Abschiebung steht. Aufgrund dieser Entscheidung des Vorstands kommt es zu erheblichen Spannungen in der Gemeinde, die allerdings – Gott sei Dank! - bis zum Jahres­ende ausgeräumt werden können. Das gewährte Kirchenasyl hat schließlich noch den überraschenden, erfreulichen Nebeneffekt, dass zwei Frauen unterschiedlichen Alters, die bisher in einer weniger verbindlichen Weise der Gemeinde zugehörig zählten, sich als Kirchenglieder aufnehmen lassen.


2001
    übernimmt Pastor Manfred Selle, Bielefeld, zu seinen dortigen Aufgaben noch die Leitung des Detmolder Gemeinde­bezirks. Er kann mit der Unterstützung der vier auf dem Bezirk ansässigen Ruhe­stands­pastoren rechnen, soweit diese nicht aus gesundheitlichen Gründen gehindert sind. Es sind die Brüder (in Klammern die Altersangabe): Gustav Kemper (84), Siegfried Soberger (76). Daniel Dittert (67) und Walter Berchter (63).
Dankbar ist die Gemeinde für den Dienst der Ruhestandspastoren und auch für den Einsatz vieler Gemeinde­glieder, die zusätzliche Aufgaben und Dienste übernehmen.






Jahreslosung 2018 - Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. | . Offenbarung des Joh. 21, 6